Fit-Gymastik On Tour

An einem Tag vor unserer Zeit [am 21. Juli 2015] machte sich eine Gruppe munterer Damen auf, die Grenzen des Dorfs zu verlassen. Auf dem Kalender stand "Sommer", und das Wetter meinte es ausnahmsweise sehr gut.

Pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt trafen 17 Frauen am vereinbarten, aber allseits bekannten, Platz ein. Sie kamen aus allen Himmelsrichtungen und benutzten dabei Fahrräder, PKWs und Handwagen.

Was wurde nicht alles herangeschleppt?

Uneingeweihte -das war die Mehrheit- staunten jetzt schon, setzten aber auch (in Erwartung fieser Spiele) ängstliche Mienen auf. Auf und neben dem Sportplatz kamen nämlich für die Herumsitzenden und auch für die Umstehenden immer mehr nur undeutlich zu erkennende UTENSILIEN zum Vorschein. Neugierige Fragen und lästerliche Kommentare wurden erstmal gestoppt, indem jede einen schmalen kleinen zylindrischen durchsichtigen Behälter in die Hand gedrückt bekam. Die Flüssigkeit, die durch Hildegard hier hineingeschüttet und dann von allen zum Munde geführt wurde, verursachte Töne wie "mmh, ooh, aah" und ließ die Stimmung steigen. "Nicht zu früh freuen!", mahnte Heike.

Telke hatte schon ihres Amtes gewaltet, ein allen Anwesenden völlig unbekanntes Gerät auf den Rasen gestellt und lockte nun als sportliche Einpeitscherin zum Mitmachen. Die weiße oder orangefarbige Wäscheklammer, die am Anfang von jeder blind aus einem Sack gezogen worden war, zeigte dank ihrer aufgemalten Nummer die Reihenfolge der jeweiligen Mannschaft. Siehe da, alle versuchten es: zwei aneinander gebundene Golf-oder Tennisbälle mussten auf den 5 m entfernten Holzständer geworfen werden. Dabei sollten diese sich an einer der 3 LATTEN MIT PUNKTZAHL festhaken. Die Anfeuerungsrufe der Zuschauerinnen halfen ganz wesentlich zum Treffen, denn so etwas hatte noch niemand vorher praktiziert. Am Ende waren alle happy. Ob Gruppe Orange oder Gruppe Weiß gewonnen hatte, sprach sich ohnehin nicht ganz herum. Auch hat die ! Fotografin nicht rechtzeitig geschaltet, so dass leider nicht alle BALLSCHLEUDERINNEN" in Aktion geschweige denn HERMANNS geniales selbstgebautes, schwarz-rot¬ goldenbemaltes SPORTGERÄT in voller Schönheit abgelichtet worden sind.

Allerdings musste bald das für diese Sporteinlage notwendige Equipment wieder eingesammelt, die Sonnenbrillen aufgesetzt und die Rucksäcke wieder angeschnallt werden. Der Handwagen war schließlich bis obenhin vielversprechend vollgepackt. Die daraus hervorguckenden Gegenstände rückte Heike mehrmals gründlich bis zur Unkenntlichkeit zurecht. Sie suchte sich Edith als Partnerin aus, die die andere Seite der Deichsel anfassen und mitziehen musste oder durfte und schon wurden alle zum Losmarschieren aufgerufen. Lebhaft miteinander schnatternd, die letzten Tagesereignisse bekakelnd oder die Vorgärten kommentierend, bewegte sich an diesem herrlichen Nachmittag eine Art Lindwurm sportlich wandernder Damen durch "Sorthum", den "Schwarzen Berg" hinauf und wieder etwas abwärts in den Weg ,,Am Kanal". Hach, glücklicherweise kam auf der linken Seite unter hohen Bäumen ein Stück grüner Weise, und es durfte erstmal gerastet werden.

Nun wurde ein Teil des Geheimnisses WAGENINHALT gelüftet. .Hmm, ooh, aah", hieß es erneut, denn immer neue leckere Dinge wurden angeboten. Die Skala reichte von Mineralwasser über Sekt und Saft bis zu Bonbons sowie Obst und Gemüse in mundgerechten Häppchen. Nach dem Genuss stellten sich alle in einen Kreis. Heike erklärte DAS 7ER-SPIEL. Wer beim fortlaufenden Abzählen nicht statt dieser oder einer durch sie teilbaren Zahl "Frau Meier" sagte, musste einen Schnaps trinken oder aber Kniebeugen vorturnen. o la la -fast jede fiel darauf mal rein!!! Alle anderen gnickerten und kicherten. Bis zur 80 kam das "Zählkommando" nur mit Hilfe des Tricks, nicht immer wieder von der 1 an neu zu zählen Schließlich ging die Wanderung noch weiter.

Der Wind wurde als höchst angenehm empfunden, weil der unbewölkte blaue Himmel die Sonne just an diesem Tage strahlen ließ. Wiesen und Weiden, Büsche und Bäume bildeten eine Landschaft mit Bilderbuchanblicken. Ganz weit entfernt schienen z.B. Kirche und Mühle zu sein, denn den Turm sah man genau zwischen dem schrägen Kreuz der Flügel. Alles Schwärmen und Schwelgen rettete bald jedoch nicht vor der nächsten Aktivität. Zusammengeknotete SEILE wurden auf dem Betonboden in einem großen Kreis ausgelegt. Durch ein umgedrehtes FERNGLAS guckend, musste nun jede je einen Fuß NEBEN die Linie setzen und dabei einmal ganz rundherum staksen. Au, au, das ging für die Probanden ganz schön schwer. Für die Umstehenden sah es unheimlich drollig aus. Sie prusteten vor Lachen. Die zur jeweiligen Gruppe Gehörenden feuerten aber ihre Mitstreiterinnen reichlich und helfend an. "Ohne Preis kein Fleiß", konnte man erfreulicherweise wieder denken: z.B. Dip für die Gemüsesticks, Ananasecken, Sesamstangen und ein kleiner Schluck wurden jetzt aus dem Handwagen hervorgezaubert und wieder freundlich angeboten. Da dieser Übungsteil auf einer Wegkreuzung absolviert worden war, bog man anschließend rechts ab, und von weitem war unter anderem die Kirche wieder zu sehen.

Nun verstand auch die Letzte, dass es sich um einen Rundweg handelte und die Heimat doch nicht soo fern lag. Wer wollte aber jetzt schon nach Hause gehen?! Na, abwarten! Einen kleinen gepflasterten Platz machte Telke doch noch ausfindig. Je eine .aus der weißen und der orangefarbenen Gruppe: bekam ein Hölzchen, an dem ein ca. am langer Faden befestigt war. Am anderen Ende hing ein SPIELZEUG-LKW. Den mussten beide Damen gleichzeitig zu sich heranziehen. Au weia: sollte man mit nach vorne schleichen? Sollte man in die Knie gehen? oder doch lieber ...? Lautstarke Empfehlungen der Turnschwestern waren reichlich zu hören,-ebenso wie Gegackere von denen, die ahnten, dass die andere Riege sowieso verlieren würde. Versuche der Einflussnahme sah niemand als tragisch an, denn der Handwageninhalt wurde nun von Heike vollends freigegeben.

Telke zauberte Käsestücke hervor, und Hildegard sorgte für "a little drink in the evening time",> der manchmal besser ist als "den ganzen Tag gorkein'". Der Weg zum abschließenden gemeinsamen Abendessen bei ,,Cafe Sager" verlief weiterhin fröhlich und lebhaft. Es lohnte sich aber auch total: ein leckeres Buffet stand bereit, und auf dem sommerlich hübsch gedeckten langen Tisch fand jede eine Begrüßungspraline. Wir danken den Organisatorinnen Telke, Heike und Hildegard und grüßen alle, die nicht teilnehmen konnten.

lrmela Heine